Marien Hospital Witten und Knappschaftskrankenhaus Bochum operieren afghanisches Mädchen

Gerade einmal ein Jahr ist Safija jung und bereits jetzt unternimmt das kleine Mädchen aus Afghanistan eine Reise ohne ihre Eltern in ein anderes Land. Ihr Ziel: das Marien Hospital Witten und das Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum. Hier haben die Ärzte eine wichtige Operation vorgenommen, die das zukünftige Leben von Safija maßgeblich verändern wird.

Safija leidet an einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte - eine der häufigsten Gesichtsfehlbildung überhaupt. Während die Erkrankung in Deutschland in den meisten Fällen bereits bei den Ultraschalluntersuchungen vor der Geburt festgestellt werden kann und die Eltern frühzeitig über die Behandlungsmöglichkeiten informiert werden können, sind die medizinischen Möglichkeiten in einem Land wie Afghanistan eher begrenzt. „Ohne die Operation hätte Safija große Schwierigkeiten, ein normales Leben zu führen. Die rechte und linke Lippen- und Oberkieferhälfte sind von einander getrennt. Das heißt, dass nicht nur das Gesicht stark deformiert ist, sondern auch, dass die Patienten starke Schluckbeschwerden haben und sich ihre Sprache nicht richtig entwickeln kann“, weiß Prof. Dr. Dr. Martin Kunkel, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie am Knappschaftskrankenhaus Bochum.

Vor einiger Zeit kam die Hilfsorganisation „Kinder brauchen uns e.V.“ aus Mühlheim auf die Klinik in Langendreer zu und fragte, ob man bereit sei, das Mädchen kostenlos zu operieren. Da das Knappschaftskrankenhaus bei chirurgischen Eingriffen bei Kindern eng mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Marien Hospital Witten zusammenarbeitet, entschieden sich beide Krankenhäuser gemeinsam dazu, Safija zu helfen. „Die Zusammenarbeit funktioniert immer sehr gut. Beide Kliniken liegen nah beieinander.  Und auch im Fall von Safija haben wir hervorragend Hand in Hand gearbeitet“, erklärt Dr. Jan-Claudius Becker, Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik am Marien Hospital Witten. Auch die Feuerwehr Bochum beteiligte sich an der Kooperation und transportierte das afghanische Mädchen kostenlos.

In einem ersten Eingriff wurde jetzt die Lippe des Mädchens von Prof. Dr. Kunkel korrigiert.  „Das ist ein recht anspruchsvoller Eingriff, der ca. zweieinhalb Stunden gedauert hat. Nach etwa einer Woche können wir die Fäden ziehen“, erläutert der Chirurg. Die Vor- und Nachsorge der kleinen Patienten wurde im Marien Hospital Witten vorgenommen. „Wir ermöglichen bei uns eine möglichst schmerzfreie Behandlung, um den Kindern die Angst vor dem Krankenhausaufenthalt zu nehmen. Hier kontrollieren wir, dass die Wundheilung ohne Komplikationen verläuft“, so Dr. Becker.

Während ihrer Zeit im Ruhrgebiet ist Safija bei einer Pflegefamilie untergebracht. Nach der Lippenoperation folgt bei einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte im Normalfall nach einigen Monaten die Gaumenkorrektur. In einem letzten Schritt wird die Kieferspalte behandelt.

Auf dem Bild zu sehen sind Prof. Dr. Dr. Martin Kunkel, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie (l.), Dr. Jan Claudius Becker, Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik am Marien Hospital Witten (r.), Zahnarzthelferin Lisa Wieczorek (Mitte) sowie Pflegemutter Gabriele Tanz (2. v. r.) und alle freuen sich, dass es der kleinen Safija nach der Lippen-Operation schon viel besser geht.

Pressemitteilung: Marien Hospital Witten und Knappschaftskrankenhaus Bochum operieren afghanisches Mädchen
Bianca Braunschweig M.A.
Bianca Braunschweig M.A.
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