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Kurzsichtigkeit: Hans Braxmeier from Pixabay

Medizin-Tipp: Myopie (Kurzsichtigkeit)

Die Kurzsichtigkeit (Fachausdruck: Myopie) ist heute auf der Welt so weit verbreitet, dass Augenärzte geradezu von einer Epidemie sprechen. In den meisten westlichen Industrienationen sind nach Erhebungen oder Schätzungen rund 40 Prozent der Erwachsenen kurzsichtig. In Südostasien ist die Kurzsichtigkeit, vor allem unter jungen Menschen, noch häufiger; in Singapur, Hongkong, Taiwan und anderen Regionen sind in den High Schools und Universitäten typischerweise 80 Prozent und mehr der Studierenden, Schülerinnen und Schüler kurzsichtig. Dieser Brechungsfehler des Auges bedeutet, dass man auf größere Distanzen - und das heißt bereits bei einer leichten Kurzsichtigkeit von einer Dioptrie: ab einem Meter - undeutlich sieht. Kurzsichtige bedürfen zur Korrektur ihres Sehfehlers (und vor allem, um Autofahren zu können) einer Brille oder Kontaktlinsen; wenn die Fehlsichtigkeit sich stabilisiert hat und nicht weiter zunimmt (typischerweise nach dem 20. Lebensjahr), kann sie mit einer Operation des Auges, einem sogenannten refraktiven Eingriff wie Lasik behoben werden.

Als Ursachen für die zunehmende Verbreitung der Kurzsichtigkeit werden neben anderen Faktoren wie der Genetik moderne Lebens-, Arbeits- und Lerngewohnheiten vermutet. Kinder und Jugendliche, die während des Wachstums (und damit auch des Wachstums des Auges) viel "Naharbeit" verrichten, sind prädisponiert. Und Naharbeit bedeutet: lesen, Computer, Videospiel, Smartphone - mit anderen Worten: Tätigkeiten, die bei vielen Teenagern das Gros der Freizeit ausmachen. Es gibt ein natürliches Gegen¬mittel: Studien aus China, Dänemark und anderen Ländern haben eindeutig belegt, dass Kinder und Jugendliche, die viel Zeit unter freiem Himmel verbringen und "draußen" spielen, in geringerem Maße kurzsichtig werden. Es ist eine Herausforderung für Eltern, Schulen und Mediziner, in unserem mit Elektronik und technischen Geräten für Schule und Freizeit überreichen Zeitalter den Nachwuchs weg vom Display und hinaus ins Freie zu bringen. Das ist schwierig, aber lohnenswert: nicht nur die Augen, sondern auch die allgemeine Gesundheit - man denke an die Vorbeugung des Übergewichtes - werden es danken.

Univ.-Prof. Dr. med. Burkhard Dick
Univ.-Prof. Dr. med. Burkhard Dick
Direktor der Augenklinik
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