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Nachts Schlafen: Susanne Jutzeler from Pixabay

Medizin-Tipp: Empfehlung bei Dunkelheit zu schlafen

Bevor Elektrizität und Industrialisierung Einzug hielten, waren die Nächte der Menschen, unserer fernen Vorfahren, stockdunkel. In vielen unserer Schlafzimmer indes gibt es Lichtquellen oder Licht dringt von draußen durch die Vorhänge ein. Immer stärker setzt sich bei Experten für Schlaf- und Chronomedizin - diese untersucht die Auswirkungen des Tag- und Nachtrhythmus auf den Körper - die Erkenntnis durch, dass das nicht gut ist. Gerade erst hat eine japanische Forschergruppe ein neues Detail zu unserem Wissen in diesem Punkt hinzu gefügt: bei mehr als 800 älteren Menschen wurde die Intensität des im Schlafzimmer nachts vorherrschenden Lichtes - durch Lampen oder nicht ausreichende Vorhänge - gemessen, einige Jahre später wurden die Teilnehmer nach seither eingetretenen Änderungen ihres Wohlbefindens gefragt. Dabei zeigte es sich, dass jene Senioren, in deren Schlafzimmern es nachts 5 Lux oder heller (zum Lesen eines Buches sind normalerweise 10 bis 15 Lux notwendig) war, deutlich häufiger depressive Symptome entwickelt hatten als Gleichaltrige, die bei vollständiger Dunkelheit schlafen können.

Ferner hat man bei Menschen, die unter Lichteinfluss schlafen, einen höheren Grad von Arteriosklerose (Verkalkung) der Halsschlagader und höhere nächtliche Blutdruckwerte festgestellt. Auch sind Zusammenhänge von künstlichem Licht im Schlafzimmer - dazu gehört auch das Fernsehen vom Bett aus und die nächtliche oder spätabendliche Beschäftigung mit dem Laptop - und erhöhtem Körpergewicht und Diabetes beschrieben worden. Und bei einer großen Reihenuntersuchung an mehr als 100.000 Lehrerinnen und Lehrern in Kalifornien zeigten Frauen, die unter erhöhter und von außen (durch Straßenbeleuchtung und Neonlicht) erfolgter Lichtintensität schlafen, häufiger an Brustkrebs erkranken.

Die Ursache dafür dürften Störungen des Melatoninstoffwechsels sein - das Hormon steuert den Tag-Nachtrhythmus des menschlichen Körpers; wie sehr es unsere Befindlichkeit beeinträchtigen kann, erleben vor allem Menschen, die in Nachtschichten arbeiten und Reisende, die nach Interkontinental¬flügen Jetlag durchmachen. Immer mehr setzt sich die Erkenntnis durch: Im Schlafzimmer sollte also auf künstliche Lichtquellen vollständig verzichtet werden. Denn ohne gesunden Schlaf sind wir selbst nicht gesund.

Univ.-Prof. Dr. med. Burkhard Dick
Univ.-Prof. Dr. med. Burkhard Dick
Direktor der Augenklinik
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